Gedanken zum Tag – Mittwoch, 1. Juli

 „Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR.“ Das Losungswort für heute aus Jeremia 23,24 klingt zunächst bedrohlich. Absolute Überwachung können wir da heraushören. Also: „Gott sieht alles.“ Oder müssen wir da vielleicht genauer lesen? Zunächst einmal geht es hier nicht um „alles“. Es geht vielmehr darum, darum, dass kein Mensch sich so verbergen kann, dass Gott ihn nicht sehen könnte. Es geht hier um die Größe und um die Macht Gottes, die viele Menschen zur Zeit des Propheten – und nicht nur damals – aus dem Blick verloren hatten. Gott erfüllt Himmel und Erde. Er, der Schöpfer des Universums, hat seine Welt und seine Geschöpfe im Blick. Das gehört schlicht zu seinem Wesen dazu und beschreibt damit lediglich die Tatsache, dass er nichts und niemanden aus dem Blick verliert. Selbst da, wo wir glauben, Gott habe uns vergessen, ruht sein Blick auf uns. Dieser Blick aber ist nicht der Blick eines Aufpasser-Gottes oder eines rachesüchtigen Gottes, der aufpasst, dass er auch keinen unserer Fehler übersieht. Es ist vielmehr der Blick des Gottes, den die Bibel selbst „die Liebe“ nennt (1. Johannes 4,16). Es ist der Blick des liebenden Gottes, der seine Geschöpfe liebevoll auf seine Geschöpfe schaut und achtsam. Im Lehrtext aus 1. Korinther 8,3 macht Paulus deutlich, was es bedeutet, wenn ein Mensch auf die Liebe Gottes mit seiner Liebe antwortet. Paulus schreibt: „Wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.“ Im biblischen Sprachgebrauch heißt „von Gott erkannt sein“, von ihm erwählt und geliebt zu sein. Wer Gottes Liebe erfahren hat und dadurch selbst zu einem, zu einer Liebenden geworden ist, bekommt eine neue Sicht und neue Erkenntnis über die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen.
Der Liebende Gott sieht auf uns mit liebenden Augen und wo immer wir sind, ist auch er. Kein Ort auf dieser Welt und sei er noch so dunkel und kalt, wo Gott nicht auch wäre. Wo immer wir hingehen, Gott ist schon da.
Ich wünsche uns allen, dass wir heute ganz besonders darauf achten, dass Gottes liebender Blick auf uns ruht. Gott segne Sie und Dich.
Herzliche Grüße Matthias Boch

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