Kirchenglocken

 

Für die neue Kirche wurden drei Glocken gekauft, sie waren jeweils 100, 200 und 400 kg schwer. Die Glocken kosteten pro kg 80 Kreuzer und wurden von der Glockengießerei Schweizer in Rastatt gegossen. Sie trugen folgende Inschriften:

 

 

Glocke 1

 

Große Glocke: Liebe

Im Jahre 1852 als Großherzog Leopold starb, Prinz Friedrich regierte,
Wilhelm Bausch Landamtsvorstand, F. H. Lammert Pfarrer,
W. Heckmann Schullehrer waren,
goß mich J. Schweiger in Rastatt zur neuen Kirche in Leopoldshafen.

 

 

 

 

Glocke 2

 

Mittlere Glocke: Glaube

Im Jahre 1852, als W. Ratzel Bürgermeister, J. Ratzel, W. Bolz,
S. Nagel, S. Heyl Gemeinderäte waren,
goß mich J. Schweiger in Rastatt zur neuen Kirche nach Leopoldshafen.

 

 

 

Glocke 3

 

Kleine Glocke: Hoffnung

Im Jahre 1852, als W. Ratzel, W. Schmidt, J. Bolz,
L. Leger Kirchengemeinderäte waren,
goß mich J. Schweiger in Rastatt zur neuen Kirche nach Leopoldshafen.

 

Die große Glocke ist aber schon im Jahre 1873 zersprungen. Die Gemeinde Leopoldshafen bat den Großherzog über die Hoffinanzkammer um “Zuwendung von 8 Zentner Kanonenmetall aus dem deutsch-französischen Krieg”. Die Bitte wurde erfüllt, so dass der Umguß durch die Herstellerfirma in Rastatt erfolgen konnte. In einer Dankadresse vom 09. Dezember 1873 teilte die Gemeinde dem Großherzog mit, dass die Glocke zum Dank folgende Inschrift erhalten werde: Geschenk von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog Friedrich von Baden aus einer im Jahre 1870/1871 im deutsch-französischen Krieg eroberten französischen Kanone. Diese Glocke fiel aber dem Ersten Weltkrieg zum Opfer und musste 1917 abgegeben werden. Sie wurde im Sommer 1921 wieder ersetzt. Es war ein Festtag für die ganze Gemeinde, als Pfarrer Günther aus Eggenstein die Glockenweihe hielt. Das Geläute der Glocken “ Glaube, Hoffnung und Liebe klingt in “as-c-es”. Auch im zweiten Weltkrieg 1939/1945 musste die mittlere Glocke abgegeben werden. Im Jahr 1950 ist es der evangelischen Kirchengemeinde gelungen, für diese Glocke Ersatz zu beschaffen. Von Bühl wurde diese Glocke mit dem Ton C ausgeliehen. Sie wurde am 5.Juli 1950, in feierlicher Weise eingeholt, im geschmückten Wagen in Begleitung des Kirchengemeinderates durch das Dorf gefahren und in Anwesenheit Zahlreicher eingeweiht.